Homo Magi 

Volljährigkeit der Kolumnen

28.10.2018

Lieber Salamander,

mit diesem Text vollende ich das 18. Jahr mit Kolumnen an dich. Wenn ich damals gewusst hätte, wieviel Arbeit mich das kosten wird, hätte ich es mir länger überlegt. Oder gar nicht überlegt, aber dafür nicht damit angefangen.

Viel ist passiert in diesen 18 Jahren. Zwei Heiraten, eine Scheidung. Der Tod meines besten Freundes. Der Tod meines Vaters. Der Tod meiner Großmutter. Viele Umzüge. Die Geburt von drei Patentöchtern. Arbeitswechsel und Arbeitsplatzwechsel.

Ein Aspekt fällt ein wenig aus dem Rahmen: Meine eigenen Werke. Ich schreibe, seit dem ich schreiben kann, Geschichten und Lieder und Gedichte. Viele Jahre lang wurde ich die nur schleppend los. Dann hörte auf, Werbung zu machen und mir Gedanken darüber zu machen, was Menschen lesen wollen. Ich schaue nicht mehr auf Verkaufszahlen und versuche nicht, bei großen Verlagen unterzukommen. Ich schreibe für die Menschen, die ich mag.

Auf einmal – peng. Keine irren Verkaufszahlen, aber mein Netzwart (tolles Wort) teilte mir mit, dass wir im Moment pro Tag um die 400-500 Zugriffe auf die Seite haben. Keiner weiß, warum. Ich am wenigstens. Aber das ist jetzt kein Grund, aufzuhören oder Werbeeinblendungen zu schalten, die mich reich machen. Einfach weitermachen, lächeln, winken.

Einige Erklärungsansätze habe ich dann schon. Das letzte Jahr, das hatte es in sich. „Drei Dekaden – SciFi & Heidentum“ ist erschienen, mein Rückblick mit vielen Artikel aus 30 Jahren Fandom und FanSein. Dazu war meine Kurzgeschichte „Der Geist des langen Erkennens!“ in der Karl May-Sammlung „Reiten wir!“ platziert.

Ich gab für den „Eldaring“ ein „Herdfeuer“-Sonderheft zum 18. Geburtstag heraus, mein Geschenk an mich für 18 Jahre Kolumnen. Komische Koinzidenz.

Ich habe gelesen und Vorträge gehalten. Aus „Die Drei Dekaden – SciFi und Heidentum“ hatte ich eine Lesung, zu Ostara sprach ich über Lichtelben, im Sommer auf Englisch über „Nazism in Fantasy and Paganism“, danach in Berlin über „Troja“ und über „Verbindungen zwischen germanischem Heidentum, rechtsextremer Literatur und »Nerd«-Einflüssen wie Rollenspiel und phantastischer Literatur“ auf einer Tagung in Leipzig und durfte dann zwei Tage später in Köln als Perry Rhodan-Autor auf einer Bühne sitzen. Damit ich mich nicht langweile kam danach noch ein Vortrag über Wilhelm Hauff auf dem Eldathing. Abwechslung ist alles, was dem guten Magier reizvolle Momente verschafft.

Was mir am meisten am Herzen liegt, das sind meine lyrischen Versuche. Ein Lied von mir wurde von Eira und Ragin vertont, nämlich „Ferner Schatten dunkle Finger“. Wunderschön … Im „Herdfeuer“-Sonderheft wurde ich ein Lied los, aber das schönste war der Gesangsauftritt als „Church of Odin the Redeemer“ mit Lucy van Org. Wow. Die Mundorgel zurückerobern, das wollte ich immer machen. Haken dran, ist erledigt. Wer drüber lästert, muss es erst einmal selbst versuchen, um einschätzen zu können, was das heißt.

Nicht aufhören.

Los, Segel setzen, hinaus in ein weiteres Jahr. Wir schaffen das.

„Dort, wo der Strom unsre Schiffe trägt, / hat er Geschwätzigkeit abgelegt.“ (Puhdys)

 

Dein Homo Magi

 

 

 


 

 

 


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