Homo Magi 

Recycling-Delling

20.01.2019

Hallo Salamander,

da kaufte ich heute in der „Recycling-Börse“ (der Name ist Programm) zwei Bücher über nordisches Heidentum. Und was fand ich in jedem? Einen Hinweis auf Delling.

Ich glaube, das ist System. Bis zu dem Tage, wo ich glaubte, es gäbe diese Gottheit kaum noch, gab es diese Bücher nicht. Delling macht sich jetzt verdammt viel Mühe, sie in den Zeitstrom einzuschmuggeln, um mich zu verwirren.

Das ist eine Buch ist „Nordischer Götter- und Heldensagen“, herausgegeben von Edmund Mudrak, immerhin in der 28. Auflage. Welch Glück, dass ich erst nachher recherchiert hebe, welche Mühe hier eine Zeitreise macht. Denn Mudrak starb schon 1965:

Edmund Mudrak (* 27. Oktober 1894 in Wien; † 12. Dezember 1965 ebenda) war ein österreichischer Volkskundler.

Mudrak studierte Germanistik, Orientalistik und Urgeschichte und promovierte über die Wielandssage an der Universität Wien bei Georg Hüsing. Mudrak war aktives Mitglied des Wiener Vereins für Volkskunde. Mudrak gehörte zur sich auf Leopold von Schroeder berufenden Wiener „Mythologischen Schule“.

Mudrak meldete am 25. November 1930 in Wien die für den Lehrgang Deutsche Bildung verantwortliche Gesellschaft Deutsche Bildung als Verein an und machte noch offizielle Angaben zum Vereinsvermögen, als die Gesellschaft 1947 aufgelöst wurde. Gemeinsam mit Karl von Spieß veröffentlichte er 1938 das Bändchen Deutsche Volkskunde als politische Wissenschaft. Der Titel seines Beitrags war „Die Aufgaben der Volkskunde als einer lebendigen Wissenschaft“. Darin postuliert Mudrak die Rassenkunde als Grundwissenschaft, an der sich die Volkskunde zu orientieren habe. 1939 gab Mudrak gemeinsam mit Karl von Spieß die Sammlung Deutsche Märchen – Deutsche Welt heraus, 1944 folgte die Märchenauswahl Hausbuch deutscher Märchen.

Von 1939 bis 1943 arbeitete Mudrak im Kulturamt der Stadt Wien als Leiter des Referats Volkskundeforschung. Außerdem war Mudrak der Reichsstellenleiter für germanische Volkskunde im Amte Volkskunde und Feiergestaltung der Dienststelle Rosenberg, Lektor der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS-Schrifttums, Lektor des Hauptamtes Schrifttumspflege im Amt Rosenberg und Gutachter für die Reichswaltung des NS-Lehrerbundes. Gemeinsam mit von Spieß war Mudrak zeitweise Leiter der außeruniversitären Forschungsstelle Mythenkunde des am 5. Juni 1942 ins Leben gerufenen Instituts für deutsche Volkskunde, das mit der Hohen Schule des Amtes Rosenberg in Verbindung stand. 1943 wurde die Volkskundliche Professur der im Dienst der nationalsozialistischen Ideologie stehenden Reichsuniversität Posen mit Edmund Mudrak besetzt, der dabei seinem größten Konkurrenten Richard Wolfram vorgezogen wurde.[1]

Man kann nicht alles haben. In diesem Band findet sich im „Namen- und Sachverzeichnis“ unter „Delling“ der folgende Eintrag:

Abkömmling des Dallr, d.i. des „Glänzenden“; elbisches Wesen[2]

Der Hinweis weist im Buch auf „Der Rätselwettkampf und König Heidreks Ende“ hin, wo die bekannten Zeilen zitiert werden:

Deute mir das Wunder,
das ich draußen sah
vor Dellings Tor![3]

Das zweite Werk ist „Die Götter der Germanen“ von Manfred Neugebauer (zu dem man keine NS-Vergangenheit auftreiben kann). Hier steht über „Tag und Nacht“ unter anderem zu Nott, der „personifizierte[n] Nacht“:

Als dritten Mann heiratete sie Dellingr, aus dem Geschlecht der Asen. Von ihm hat sie einen Sohn, der so hell und schön ist die Familie seines Vaters: Dagr („Tag“).[4]

Alles nach meinen Erkenntnissen der letzten Jahre nicht ganz richtig. Okay. Aber wo waren die doofen Quellen, als ich sie vor ein paar Jahren bitter gesucht hätte? Der Mudrak ist von 2009, der Neugebauer von 2010. Eigenartig.

Dein Homo Magi

[2] Mudrak, S. 330

[3] Ebenda, S. 256

[4] Neugebauer, S. 33

 


 

 

 

 

 


 

 

 


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