Homo Magi 

Gebrauchte Rektalflöten

19.05.2019

Hallo Salamander,

Ostara war dieses Jahr wieder ein absoluter Erfolg. Über 160 Besucher aus Deutschland, aber auch den USA, Schweden, Norwegen, den Niederlanden, der Schweiz und Israel bewiesen, dass es möglich ist, so etwas (nämlich: ein großes, gut organisiertes und inhaltlich anspruchsvolles Heidentreffen) in Deutschland zu veranstalten. Die Themen waren so gewählt, dass man sich körperlich und geistig und spirituell betätigen konnte, ohne dabei den Gegenwert eines Eigenheimes dafür zu bezahlen, dass ein echter sibirischer Schamane einen mit falschen Wolfspfoten auspeitscht.

Das mit den Wolfspfoten ist natürlich Klischee, weil es das beschreibt, was ich nie wollte: kommerzielle Esoterik. Geld an sich ist nicht falsch oder gar der Feind der Spiritualität, es ist nur einfach im Wege, wenn man über wichtige Dinge reden möchte – denn: man kann Geld nicht essen, es streichelt einen nicht und man kann wenig darauf lesen. Aber es hilft dabei, dass man Dinge in die Wege leiten kann, damit das möglich ist. Anderes Thema.

Wichtig ist für mich, dass man dabei lachen kann. Und so ist es schon toll, wenn ein Workshop eine Geschichte gemeinsam plant und schreibt, in der es unter anderem um gebrauchte Rektalflöten geht. „Was macht ihr so auf deinem Heidentreffen?“ „Wir channeln gebrauchte Rektalflöten.“

Sicherlich gibt es dafür ebenfalls eine Klientel, die dafür Unsummen bezahlt, dass man gebrauchte Rektalflöten channelt. Oder überhaupt den Weitervertrieb davon organisiert. Ich gehöre nicht zu der Klientel, aber ich kann darüber lachen. Was nicht dasselbe und nicht widersprüchlich ist, aber selten.

Und das wollte ich immer machen: Etwas, das mir gefällt und das anders ist als das, was alle anderen machen. Hat geklappt.

Dein Homo Magi

 

 

 

 

 


 

 

 


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