Homo Magi 

Ein Doppelleben im Kosmos

06.12.2020

Hallo Salamander,

seit wenigen Tagen habe ich Regale. Das ist eigentlich nicht ungewöhnlich für einen Menschen mit vielen Büchern. Das besondere an diesen Regalen ist aber, dass sie das erste Mal seit meinem Auszug daheim (vor ungefähr 35 Jahren) Platz bieten für alle meine Bücher in der ersten Reihe.

Eine eigenartige Reizüberflutung, wenn man auf einmal feststellt, dass man wirklich VIELE Bücher besitzt. Ich gebe jetzt keine Meterzahlen an, das ist nur irgendwie peinlich, aber eine Geschichte will ich dir erzählen.

Gibt es ein Buch, an das ich mich sofort erinnere – an jeden Standort in den 15 oder mehr Wohnungen, die ich seitdem hatte? Ja. Es ist nicht die Bibel, es ist nicht die Edda (die kam viel später), sondern es ist „Ein Doppelleben im Kosmos“ von Robert A. Heinlein. Schnell verzehrbare Science Fiction-Jugendkost, trotzdem immer wieder ein Buch, das ich in die Hand nehme, um es erneut zu lesen. Und das nicht nur, weil der Kaiser der Milchstraße darin mit seiner Modelleisenbahn spielt.

Es hat mich begleitet durch Tiefen und Höhen meines Lebens. So ergeht es mir mit vielen Büchern. Ich weiß, wann ich sie gekauft habe und was ich gefühlt habe, als ich sie das erste Mal las. Das mag unglaubhaft klingen, aber ich behalte nur Bücher, an die ich mich erinnern kann – und das sind so viel, dass ich sie jetzt erst alle aufstehen kann. Was das über mein Gedächtnis sagt … eine Menge, aber leider klappt das bei anderen Dingen bei weitem nicht so gut. Eindeutige Prägung, würde ich sagen.

Jetzt räume ich. Und die Rauhnächte stehen bevor, die sind für so etwas prädestiniert …

Dein Homo Magi

 

 

 

 

 


 

 

 


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