Homo Magi 

Rauhnächte

27.12.2020

Lieber Salamander,

heute war dann wieder einmal der jährliche Ritt der Geisterreiter. Im Traum – einer jener ärgerlichen Träume, in dem man genau weiß, dass man träumt – durften dann alle Revue passieren vor meinem inneren Auge.

Da war mein Vater (mehr oder weniger als Kulmination meiner männlichen Ahnen, wenn ich das mal ohne meine Familiengeschichte zu weit auszubreiten erklären darf), dann die im letzten Jahr verstorbenen Freunde. Diese waren erstaunlich präsent, während andere, schon vor längerer Zeit verstorbene Menschen, die mir nahe gestanden haben, nur als kurze Besucher auftauchen durften und vorbezogen.

Alles war gar nicht bedrohlich, überhaupt nicht so, als würden sie in den nächsten zwölf Monaten meine Ankunft erwarten, nur einfach angenehm dahingehend, dass sie da sind, anwesend in meinem Leben und dann später irgendwann anwesend in meinem Sterben.

Ich habe daraus Kraft gezogen und sehr viel Ruhe. So soll es sein.

Dein Homo Magi

 

 

 

 

 


 

 

 


[

 


 

Kolumnen

vorherige

nächste

Mail an Homo Magi

Inhalt

Beiträge des Teams:

RezensionenMär & Satire
Essais
Sachartikel Nachrufe
Bücherbriefe
PR-Kolumnen
Lyrik