Homo Magi 

Sprechen mit Hunden

14.02.2021

Hallo Salamander,

der Verlust der Vernunft wird offensichtlich augenblicklich immer mehr zu einem Problem.

Was durfte ich gestern in der Zeitung lesen?

Um Kontakt zu einem Tier aufzubauen – oder eine Unterhaltung zu beginnen – reicht es, wenn Heike Brünger ein Foto des Tieres erhält. Für sie ist es wichtig, dass das Tier allein auf dem Foto zu sehen ist. Dann nimmt sie mental Kontakt auf.

Anfangs zeigte sich die Verbindung zum Tier durch körperliche Reaktionen, die sich bei Brünger einstellten. „Ich fing zum Beispiel an zu frieren oder fühlte mich plötzlich unwohl.“ Mittlerweile geht der Kontakt laut Brünger tiefer. „Ich bekomme Wörter, ja sogar ganze Sätze übermittelt und sehe vor meinem geistigen Auge auch ganz klare Bilder. Dabei höre ich nicht wirklich Stimmen, sondern die Wörter und Sätze kommen in meine Gedanken“, sagt Brünger.[1]

Praxistext. Also: Man sende mir ein Tierfoto, ich fühle dann, was mit dem Tier ist. Foto Kanarienvogel Tweety, ich bekomme dann beim Anschauen ganze Sätze gesandt („mein Vogelfutter schmeckt Scheiße“, „wenn die Alte noch einmal »Traumschiff« schaut und ich muss zuschauen, dann stürze ich mich in den Tod“). Das funktioniert aber nicht verbal, sondern die Sätze bilden sich in den Gedanken – meinen Gedanken.

Pandemie-Zeit ist Sauregurken-Zeit. Da kann man einiges verstehen. Aber immerhin bleibt der Schlussabsatz versöhnlich:

Die Kommunikation mit Tieren ist ein strittiges Thema. Im Internet gibt es sowohl positive wie auch negative Erfahrungsberichte. Tierärzte bezeichnen solche Diagnosestellungen als fragwürdig und Wolfgang Hund, Okkultismusforscher, argumentiert, dass ein Gespräch nur stattfinden könne, wenn ein Tier eine Selbsterkenntnis habe. Das sei bisher aber nur bei einigen Affenarten, Delfinen und Elefanten nachgewiesen.[2]

Wolfgang Hund ist Lehrer und berät u.a. die GWUP[3], vielleicht nicht der Fachmann für Tierkommunikation, wenn ich das mal so höflich formulieren darf. Und Sätze wie „Im Internet gibt es sowohl positive wie auch negative Erfahrungsberichte.“ betreffen Tierkommunkation, Dildos und Toaster gleichermaßen.

Und wenn man ein wenig weiter sucht, wird man (viel zu schnell) auf Dinge hingewiesen, die man nicht glauben mag, wenn es um Tierkommunikation geht:

Bei der Tierkommunikation wird über telepathischen Kontakt eine Verbindung zwischen dem Tierkommunikator und dem Tier aufgenommen. Man kann sich das so vorstellen, dass ein Kommunikationskanal eröffnet wird für die Dauer des Kontakts. Über diese Verbindung werden Botschaften und Informationen zum Tier abgerufen und an den Besitzer weitergegeben. Ebenso können umgekehrt Informationen an das Tier übermittelt werden. Die empfangenen Botschaften des Tiers beinhalten subjektive wie auch objektive Informationen, die der Tierkommunikator vorher nicht wissen konnte und deren Quelle daher nur das Tier sein konnte.[4]

Oder vom „Bundesverband Tierkommunikation“:

Die natürliche, geerdete Lebenssichtweise der Tiere, statt Dogmen und starren Vorschriften, ermöglicht es, gestärkt und vertrauensvoll durch`s Leben zu gehen.[5]

Ich finde auch, dass man statt der starren Vorschriften der Verkehrsregeln eher mit der natürlichen Lebenssichtweise der Kröten an das Autofahren gehen sollte. Ich muss Schluss machen, ich will mit dem Neunachser heute noch bei Eisregen meine 200 Kilometer fahren – die Kröte sein mein Krafttier dabei, mit der ich dann auch telepathisch kommuniziere, gerne objektiv und in Gedankenbildern.

 


 

 

 

 

 


 

 

 


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