Homo Magi 

Jeanne Ruland

05.12.2021

Hallo Salamander,

ich kannte Jeanne fast 30 Jahre lang. Die ersten Worte, die sie zu mir sagte, waren tatsächlich „Möchtest du auch eine Kopie der geheimen OTO-Schulungsunterlagen?“ Sie arbeitete damals im Darmstädter Eso-Laden schlechthin und ich war dort oft gesehener Gast (ohne, dass jemand dort wusste, wie ich heiße oder wer ich bin).

Eine Woche später kam ich erneut und sie drückte mir die Kopien in die Hand. „Du wusstest überhaupt nicht, um was es ging?“ waren ihre Worte. Ich bestätigte. Wir lachten beide. Daraus wurde etwas zwischen Bekanntschaft, Freundschaft und inniger Verbindung.

Der Verlag selbst hat auf seiner Seite ein paar schöne Worte zu der Zeit gefunden. Ich zitiere einen Teil:

Unser gemeinsamer Weg begann in unserer Schirner Buchhandlung zu einem Zeitpunkt, als lediglich die Vision eines spirituellen Verlags in unseren Herzen existierte. Ihre große Liebe und Leidenschaft für Bücher hatte Jeanne damals in die Buchhandlung geführt. Hier sollte mit „Krafttiere begleiten dein Leben“ ihr erstes Werk, ein Klassiker des Schirner Verlags, entstehen. Damals ahnten wir nicht, wie viele noch folgen würden und wie sehr ihr Wirken uns als Verlag prägen sollte.[1]

Ich kannte sie vor dem ersten Buch, erlebte das Ende ihrer ersten Ehe, kenne ihren zweiten Mann, weiß wie die drei Kinder aussehen. Alles wichtig und doch so unwichtig.

Jeanne war in sich selbst genug und doch für alle anders. Wer sie anschaute, der konnte Aspekte sehen, Stücke, die sie in einem bunten Reigen präsentierte. Elfen, Lemuria, Essenzen, Geomantie, Engel, Krafttiere, Marie Magdalena, Rauhnächte, Wale, Licht, Avalon und Merlin, aufgestiegene Meister, Grokken (nach Robert A. Heinlein)[2] … und damit kratze ich nicht einmal an der Oberfläche ihrer Tätigkeiten und Fertigkeiten.

Sie war den Engel Engel, den aufgestiegenen Meistern aufgestiegene Meisterin, den Merlin-Freunden Nimue und mir nur Jeanne.

Ich war mit ihr an eigenartigen Orten. Wir sprachen über eigenartige Dinge. Dann gingen unsere Wege in verschiedene Richtungen … obwohl sie tatsächlich später in fußläufige Entfernung zu meinem Elternhaus zog, als ich schon lange woanders war.

Einmal im Jahr trafen wir uns auf der Buchmesse. Sie saß am Stand, signierte Bücher, las oder hielt Vorträge. Wenn ich kam, stellte ich mich leise an den Rand der Menge. Es dauerte einen Moment, sie zwinkerte, schaute sich verwirrt um, dann sprang sie auf, rannte auf mich zu (egal wo ich stand) und umarmte mich. Wir versprachen uns unglaubhafte gegenseitige Besuche, aber uns beiden war klar, dass wir uns kannten, aber mehr nicht sinnvoll war. Aber im nächsten Jahr … wurde ich wieder umarmt.

Jetzt nie mehr. Jeanne Ruland ist tot.

Ihr Mann schrieb im Nachruf:

Aloha Ihr Lieben,

ein großer Engel hat seinen irdischen Körper verlassen. Jeanne hat am 13. November den Schritt ins Licht vollzogen. Sie kann auf ein außergewöhnlich erfülltes Leben zurückblicken, stets durchdrungen von Liebe und im Dienst des Göttlichen. Zu Geben hat sie glücklich gemacht. Zu sehen, wie Menschen in ihre Kraft gehen, hat sie mit Stolz erfüllt. Voller Freude, Neugier und Lebenslust hat sie jede Facette dieser Welt erkundet und auf ihre unvergessliche und begeisternde Art weitergetragen, um auch in anderen diesen ekstatischen Funken zu entzünden – ob als Ehefrau, Mutter, Freundin, (Flug-)Begleiterin, Autorin, Seminar- und Reiseleiterin, Huna-Lehrerin, …

Wir werden sie sehr vermissen, ihr Lachen, ihre Lebensfreude, ihr ganzes Sein. Im Herzen bleiben wir immer verbunden, die Liebe stirbt nie.[3]

Ich bin traurig.

 


 

 

 

 

 


 

 

 


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