Homo Magi 

Eigenartige Dinge

22.05.2022

Hallo Salamander,

aus der Wühlkiste zog ich die CD „Femme“ von Sally Oldfield. Mike Oldfields Schwester hat eine Stimme, die mir heute noch durch Mark und Bein geht. Die Scheibe hier stammt im Original aus dem Jahr 1987 – Sally Oldfield selbst lebt seit fast 40 Jahren in Deutschland und bedient eigentlich „nur noch“ den binneneuropäischen Markt.[1]

Beim Hören zogen mich (wieder) zwei Lieder in den Bann: „Silver Dagger“ und „Andromeda Rising“. Damals (also: ab 1987) waren das fast schon Erkennungsmelodien bestimmter heidnischer Gruppierungen (lies: Kuschel-Wicca). Aber dank Internet und Booklet kann man jetzt über die Texte mehr herausfinden. Beide Lieder sind laut Booklet mit einem Text von C. de Rouge. Aber man erfährt auch aus dem Booklet „produced by Gunther Mende and Candy de Rouge“.

Heute, wenn man die Texte liest, fragt man sich natürlich schon, warum man vor 40 Jahren begeistert war. Es muss an der Stimme liegen, denn die Texte …

Driving in the wind and rain
As evening comes
Longing to see him again
I‘ve been away too long
But in the moonlight I can feel
My heart is beating like a drum
A wild suspicion flashes dark across my mind.

Oder:

Then Orion shone in the coal black night
He saw Andromeda rising
A golden light shone all around
Like the answer he had found
There were tears in his eyes
Like the rainy sky
His past life was an illusion
And he stands, a new born man as he sees Andromeda rising

Nun, da muss man zu stehen, was ja alles Vergangenheit. Ich war aber weiterhin neugierig, was aus Candy de Rouge geworden war. Wikipedia hilft weiter:

Candy de Rouge (geboren als Wolfgang Detmann in Bad Neustadt an der Saale) ist ein deutscher Musikproduzent und Liedtexter.

Candy de Rouge spielte mit seiner Band Red Baron Ende der 70er Jahre beachtliche Erfolge ein (…).

Als Produzent arbeitete er mit Künstlern wie Jennifer Rush, Bonnie Bianco, Thomas Anders, Chris Norman, Falco, Helen Schneider und Sally Oldfield zusammen. Unter anderem komponierte er zusammen mit Gunther Mende, Jennifer Rush und Mary Susan Applegate den Song The Power of Love, der ein großer internationaler Erfolg für Rush wurde und später vielfach gecovert wurde.

Wolfgang Detmann lebt in Würzburg und arbeitete als Autor.[2]

Der gute scheint sehr produktiv zu sein, denn man findet auch online eine Liste seiner Aliasse: Alexander C. Derouge, Candy De Rouge, Candy Grant, Jean-Claude Biraud, Robert Vanguard, Steven Judge, Candy“ W. S. Detmann, W. u. R. Detmann und Wolfgang S. Detmann.[3]

Bei Amazon findet man dann endlich Wolfgang Detmann als Autor:

Wolfgang Detmann studierte Rechtswissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo er vier Jahre später sein juristisches Staatsexamen ablegte. Danach verlegte er sein Lebenszentrum nach Frankfurt a. M., wo er einen Musikverlag gründete und als Musikproduzent arbeitete. Seine größten Erfolge waren zwei weltweit veröffentlichte Alben mit Jennifer Rush und eine Celine Dion-Version seiner Komposition The Power of Love. Anfang des Jahres 2001 zog es ihn wieder zurück nach Würzburg, wo er sich neben der Musik verstärkt dem Verfassen von Kurzgeschichten und Gedichten widmete. 2006 brachte er seine erste Novelle Die versteinerten Seelen heraus. 2008 folgte der historische Thriller Die Zwillinge.[4]

Ich glaube, den muss ich haben; immerhin ist der Herausgeber der August von Goethe Literaturverlag. Über August von Goethe heißt es:

Durch ein mangelndes eigenes Genie kaum bedrückt, war er durch die Übermacht des Vaters doch einerseits paralysiert, andererseits aber auch exzessiv-ausschweifend.[5]

Als Verlagswerbung ein Traum. Und als Gesamtdarstellung irgendwo zwischen gruselig und unglaublich.

 


 

 

 

 

 


 

 

 


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