Homo Magi 

Dinge die man sich vornimmt

06.11.2022

Homo Magi

Hallo Salamander,

ein neues heidnisches Jahr. Neues Spiel, neues Glück.

Aber für diese Phase habe ich mir immerhin ein paar Dinge vorgenommen. Mal lebt nicht endlos, und ich muss keine Beziehungen mit Menschen aufrechterhalten, bei denen ich seit Jahren (oder gar Jahrzehnten) nur zahle bzw. liefere. Da gibt es in meiner Welt zwei brutale Schritte der Reduzierung. Beim ersten erfolgt die Herunterregelung auf „Weihnachts- und Geburtstagskarte“, darunter dann das Löschen der Adressen und damit auch das Beenden jeden Kontaktes.

Dass ich das kann, habe ich mir selbst und meiner Umwelt schon oft genug bewiesen. Aber jetzt ist irgendwie gerade der Zeitpunkt gekommen, um ein paar Adresslisten auf Stand zu bringen, ein paar Verhaltensweisen zu überdenken und überhaupt und insgesamt ein wenig zu räumen.

Und ich mache mich dann auch an das große Projekt, endlich den Vortrag über meine Jahre in jenem deutschen heidnischen Verein zu beschreiben, dessen Namen ich immer verdränge. Das ist inzwischen so lange her, dass ich wieder frei wäre, wenn ich damals einen der Protagonisten erschlagen hätte (was sich manchmal so angefühlt hat, als wäre es eine gute Idee gewesen). Vielleicht nur auf Bewährung, aber ich wäre frei, selbst bei Mord (lebenslang heißt bei uns, das man nach frühestens 15 Jahren wieder freikommt[1] … klappt in diesem Falle). Ist komisch, da noch einmal dran zu gehen, aber dann ist es auch erledigt und abgearbeitet. Denn: Ohne Rücksichtnahme sollte ich da jetzt drangehen können, um denen, die nach uns kommen, zu helfen, dass sie die Fehler vermeiden, die wir gemacht haben.

Die Welt um mich herum Angst vor Krieg und Kälte. Ich räume auf. Andere pflanzen in solchen Situationen Bäume, aber das ist wohl eine Frage der charakterlichen Grundeinstellung.

Dein Homo Magi

 


 

 

 

 

 


 

 

 


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