Homo Magi Lesegenuss 22.03.2026 |
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Hallo Salamander,
Denis Scheck zu lesen ist nicht immer einfach. Er ist nicht wirklich
arrogant, aber doch klug und lässt einen das merken. Dazu kommt, dass
sein Glaube an die Macht der Literatur einen eigentlich erkennen lässt,
dass dieser Mann nicht – wie er selbst behauptet – Atheist ist, sondern
einen Bücherkosmos liebt, der für ihn mystische Fähigkeiten hat.
Aber ansonsten ist er immer wieder klarsichtig und formuliert treffend.
Zum Thema „Roman und Autor“ oder eher der Frage, ob man das Werk mit den
Ansichten eines Autors verbinden und notfalls ablehnen muss, wenn der
Autor zum Beispiel Faschist ist, äußert er über „Beim Häuten der Zwiebel“
von Günter Grass dieses:
An dieser Stelle ein kleines, aber notwendiges ästhetisches Credo: Ob ein
Autor Mitglied in der Waffen-SS war oder in der AOK, ist für die Bewertung
seiner künstlerischen Leistung vollkommen irrelevant.[1]
Dem kann ich mich inhaltlich anschließen, ohne dass ich Grass lesen
möchte; aber die Äußerung bestärkt mich in meinem Glauben, dass man nicht
immer von der politischen/weltanschaulichen Bindung eines Schreibers auf
die Qualität seines Werks schließen muss (und nein, ich diskutiere hier
nicht weitere Weltläufe mit dir zu der Frage, ob nicht auch andere
Standpunkte in gesellschaftspolitischen Fragen vielleicht bei einigen
Autoren daher rühren mögen, dass diese vor über 200 Jahren gelebt haben).
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